Dokumentation Aktion

Aktion fair share

Um auf Gender Pay Gap und Gender Show Gap von Künstlerinnen im deutschen Kunst- und Ausstellungsbetrieb aufmerksam zu machen, hat am 8. März 2020 ein breites Bündnis zur Demonstration vor der Alten Nationalgalerie in Berlin aufgerufen. Anlass war das Ende der Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit – Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ in der zum ersten Mal alle im Bestand vorhandenen Künstlerinnen mit teils vorwiegend noch nie gezeigten Werken zur Ausstellung kamen.

Foto 1: Ivana Papic; Foto 2: Petra Weller; Foto 3: Ivana Papic; Foto 4 und 5: Susanne Jäger; Foto 6: Saloon Berlin; Foto 7: Rachel Kohn; Foto 8: Ivana Papic; Foto 9: Elfi Greb; Foto 10: Petra Weller

Vertreterinnen unserer Initiative haben gemeinsam mit dem  Verein der Berliner Künstlerinnen 1867, dem Frauenmuseum Berlin e.V., k & k – Bündnis Kunst und Kind aus München, dem MalerinnenNetzWerk Berlin-Leipzig, der GEDOK Berlin sowie Mehr Mütter für die Kunst aus Hamburg demonstriert. 22 Referent*innen, darunter Prof. Dr. Julia Voss, Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Dr. Katharina Koch, Ila Wingen, Signe Theill, Zoe Claire Miller, etc., engagierten sich auf dem Podium für mehr Geschlechtergerechtigkeit und Sichtbarkeit für Künstlerinnen im deutschen Museums- und Ausstellungsbetrieb. Parallel fanden Aktionen des Frauenmuseums Berlin, des VdBK 1867 sowie von kunst+kind berlin in Zusammenarbeit mit der GEDOK Berlin auf dem prominenten Vorplatz der Alten Nationalgalerie statt. 
 
In unserer mehrstündigen Aktion wurden etwa 120 Namen von Künstlerinnen mit Kindern aus mehreren Jahrhunderten auf eine 10 m lange Papierrolle abwechselnd in schwarz und rot gemalt. Zeitgleich fand eine Verlesung dieser Namen über zwei Megaphone statt. Die „Papierskulptur“ wurde schließlich von der Freitreppe der Alten Nationalgalerie entrollt – ein symbolischer Akt, der das Fehlen der Künstlerinnen (mit und ohne Kinder) im europäischen Kanon der Kunstgeschichte und in den deutschen Museen, auch der Alten Nationalgalerie, manifestiert, aber auch konkret auf Künstlerinnen verweist, die aufgrund ihrer Mutterschaft vom Kunstbetrieb offensiv oder latent benachteiligt wurden und werden.